Seit 1920 für den Zivildienst

Der SCI hat auf politischer Ebene an vorderster Front dafür gekämpft, dass Zivildienst als Alternative zum Militärdienst in der Schweiz möglich wird. Daher kommt auch der Name der Organisation. Ausserdem hat der SCI in den 1920er Jahren die allerersten Zivildiensteinsätze in der Schweiz organisiert, um aufzuzeigen, dass der Zivildienst eine sinnvolle und gleichwertige Alternative zum Militärdienst ist.

Heute kannst du bei uns vor allem als Campcoordinator in Workcamps in der Schweiz Zivildienst leisten. Die Einsätze finden von Juli bis September statt. In dieser Zeit kannst du Kurzeinsätze von zwei bis drei Wochen pro Workcamp leisten.

Leider können wir dir keinen Zivildienst im Ausland vermitteln. Wende dich für Tipps dazu an die Zivildienst-Regionalstelle in deiner Nähe.

Bei Interesse an einem Zivildiensteinsatz in der Schweiz schicke uns einen kurzen Lebenslauf mit Motivationsschreiben. Grundlage für das Motivationsschreiben ist die Rubrik Campcoordinators. Lies sie bitte durch und beschreibe mit diesem Hintergrundwissen:

  • weshalb du dich für die Aufgabe als Campbegleiter interessierst
  • welche Aspekte an dieser Aufgabe dich besonders reizen
  • welche bisherigen Erfahrungen (beruflich und auch privat) dir für diese Aufgabe von Nutzen sein könnten

Auf dieser Grundlage finden ein Gespräch und die Anstellung statt.
Für weitere Informationen wende dich an Maurus:

maurus.achermann@scich.org / 031 381 46 20

© Marc Terry Sommer


Zivi im Workcamp "Theatre and creative activities with kids"

Bericht von Boas Lieberherr

Auf der Suche nach einem Zivildiensteinsatz bin ich diesen Frühling zufällig auf den SCI Schweiz und das Projekt TheaterFlucht gestossen. Im Sommer war es so weit: Ich verbrachte interessante und herausfordernde zwei Wochen als Campcoordinator mit sechs freiwilligen, äusserst motivierten jungen Frauen aus ganz Europa und knapp zwanzig Kindern aus Biel und der ganzen Welt.

In dieser Zeit haben zwei Sachen bei mir Spuren hinterlassen. Erstens waren es die jungen Damen, welche vom anderen Ende Europas ins mittelspektakuläre Biel pilgerten, um sich mit dem Asylsystem der Schweiz auseinanderzusetzen und um einer aufgeweckten jungen Schar Kinder, einer Theaterpädagogin und einem Tanzlehrer beim Einstudieren eines „Tanz-Theaters“ unterstützend zur Seite zu stehen. Sie leisteten diesen Dienst unentgeltlich und aus freien Stücken. Die Bedürfnisse der Kinder standen im Vordergrund und Herzblut und Passion schwappte von den Freiwilligen auf die Kinder über.

Zweitens waren es natürlich die Kinder. Die einen kannten die Schweiz schon seit Jahren, andere sind eben erst von irgendwo auf der Welt hier gelandet. Es war bewundernswert zu beobachten, wie sich schnell alle miteinander arrangierten. Speziell diejenigen, für welche nicht nur eine Woche Theater spielen und tanzen neu war, sondern die ganze Umgebung und die Sprache.

Es stellte sich heraus, dass es andere Arten gab sich zu verständigen
Natürlich gab es Kinder, welche sich zu Beginn nicht auf die Bühne trauten und solche, welche sich zwar trauten, aber dann alles andere machten, als eine gewisse Rolle zu spielen. Schlussendlich fand jeder seinen Platz, und war es an der Schlussvorstellung mitten auf der Bühne. Hier schwappte dann das Leuchten in den Augen der Kinder, als Ausdruck des Vergessens der Umstände und des Zelebrierens des Hier und Jetzt, auf die Zuschauer über. Und wenn es etwas gibt, was ich konservieren möchte – noch besser ich lerne es selber, dann das.