Campcoordinator im SCI Workcamp

Bericht von Etienne Kaiser

Falls man mich anfangs Sommer gefragt hätte, was ich unter einem Volunteer verstünde, wäre meine (vielleicht merkwürdige) Antwort gewesen: Ein bärtiger Mann, der mit einem notwendig kleinen Rucksack herumreist.

Mit dieser Klischee-Vorstellung machte ich mich etwas nervös auf den Weg nach Vézio in mein erstes SCI-Workcamp.
An der Haltestelle des Busses, der mich nach Vézio bringen sollte, war ich nicht schlecht überrascht, dass mir plötzlich drei junge Menschen zuwinkten. Offenbar war ich selbst als „bärtiger Mann mit kleinem Rucksack“ sofort als Volunteer erkennbar geworden.

Ab diesem Zeitpunkt begannen die schönsten zwei Wochen des Sommers.

Es ist so toll, dass zufällig ausgewählte Menschen zusammenkommen und sich innerhalb kürzester Zeit super verstehen können. Bereits während der Busfahrt nach Vézio vertieften wir uns derart ins Gespräch, dass wir beinahe vergassen, an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Glücklicherweise wartete Giovanni, der Projektpartner, an der Haltestelle auf uns und nahm „seine Volunteers" aus dem Bus.

Und falls man sich denkt, als Campbegleiter hätte man mehr Verantwortung oder Arbeit, so irrt man sich gewaltig. Eine Gruppe von Volunteers organisiert sich schnell von selbst. Jeder bietet seine Hilfe dort an, wo er oder sie kann. Wenn es unbekannte Arbeiten zu erledigen gibt, lässt man sie sich erklären.
Auch die Mahlzeiten werden abwechselnd von Freiwilligenteams zubereitet. Dadurch kommt die Gruppe zu einem sehr breiten Spektrum von Gerichten aus aller Welt.

Als Campbegleiter ist man also ein Volunteer wie alle anderen, mit Ausnahme davon, dass man einheimisch ist und somit gewisse Dinge weiss (wie zum Beispiel die Benützung der ÖV am Wochenende).
Ganz toll an den SCI-Workcamps ist, dass wunderbare Freundschaften entstehen. So haben wir uns zum Beispiel im Herbst zu dritt in Barcelona getroffen und für nächsten Sommer planen wir ein Treffen in Istanbul.

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